Das hat die EZB beschlossen
Am 10. September hat der EZB-Rat die drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte erhöht. Seit dem 16. September liegt der Einlagensatz bei 2,50 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 % und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 %. Das geht aus der Pressemitteilung der EZB hervor.
Damit setzt die Notenbank ihren Kurs fort. Bis Ende April lag der Einlagensatz noch bei 2,00 %, im Juni folgte die erste Anhebung auf 2,25 %. Als Grund nennt die EZB den Konflikt im Nahen Osten, der weiter für Inflationsdruck sorgt. Ihre Fachleute erwarten für 2026 eine Inflation von 3,0 %, danach 2,5 % und 2,1 %.
Was die EZB-Zinserhöhung für Tagesgeld bedeutet
Banken müssen höhere Leitzinsen nicht an ihre Kunden weitergeben. Beim Tagesgeld entscheidet jede Bank selbst, wann und wie stark sie den Zins anpasst. Bestandskunden gehen dabei oft leer aus, während Neukunden mit Aktionszinsen geworben werden.
Das zeigt auch unser Tagesgeld-Vergleich. Am 27. September zahlten die besten Angebote zwischen 3,5 % und 3,9 % für Neukunden und damit deutlich mehr als den Einlagensatz. Allerdings gelten diese Zinsen meist nur für drei bis sechs Monate. Danach fällt der Zins oft spürbar.
Beste Angebote laut unserem Vergleich (Stand 27.09.2026)
- Tagesgeld, Ikano Bank
- 3,91 % für 3 Monate
- Tagesgeld, BBVA
- 3,75 % für 6 Monate
- Tagesgeld, Suresse Direkt Bank
- 3,70 % für 6 Monate
- Festgeld 12 Monate, J&T Direktbank
- 3,30 %
- Festgeld 12 Monate, PSD Bank Nürnberg
- 3,21 %
Festgeld: Zins jetzt sichern oder abwarten?
Beim Festgeld steht der Zins für die ganze Laufzeit fest. Für zwölf Monate zahlten die besten Banken Ende September gut 3,2 %. Wer sich jetzt bindet, weiß genau, was er bekommt.
Ob die Zinsen weiter steigen, ist allerdings offen. Die EZB entscheidet nach eigenen Angaben von Sitzung zu Sitzung und abhängig von den Daten. Wer unsicher ist, kann den Betrag auf mehrere Laufzeiten verteilen. Außerdem lohnt sich ein Blick auf Flexgeld, das einen festen Zins mit einem vorzeitigen Ausstieg verbindet.
Was noch offen ist
Wie schnell die Banken die höheren Leitzinsen weitergeben, lässt sich nicht vorhersagen. Die nächsten Zinsentscheidungen der EZB stehen am 29. Oktober und am 17. Dezember an. Wir aktualisieren unsere Vergleiche laufend, sodass Sie die aktuellen Zinsen jederzeit im Tagesgeld-Vergleich und im Festgeld-Rechner sehen.
Häufige Fragen zur EZB-Zinserhöhung
Steigt mein Tagesgeldzins jetzt automatisch?
Nein. Jede Bank entscheidet selbst, ob und wann sie den Zins erhöht. Oft profitieren zuerst Neukunden.
Wann ist die nächste EZB-Sitzung?
Die EZB entscheidet am 29. Oktober und am 17. Dezember 2026 erneut über die Leitzinsen.
Wie sicher ist mein Geld bei ausländischen Banken?
Einlagen sind in der EU bis 100.000 € je Kunde und Bank gesetzlich gesichert. Bei einigen Ländern gilt ein leicht abweichender Betrag, etwa in Schweden.
Quellen
- EZB: Pressemitteilung „Monetary policy decisions“ vom 10.09.2026
- EZB: Pressemitteilung vom 11.06.2026
- EZB: Sitzungskalender des EZB-Rats
- Zinsen: Tagesgeld- und Festgeld-Vergleich auf IhreZinsen.de (financeAds), Stand 27.09.2026
