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Ratgeber · Anlegen

Robo-Advisor: ETF-Anlage auf Autopilot

Ein Robo-Advisor ist wie ein Navigationsgerät für die Geldanlage: Sie nennen Ziel und Tempo, die Technik legt das Geld in ETFs an und hält den Kurs. Dieser Ratgeber zeigt, wie das funktioniert und worauf Sie achten.

In diesem Artikel
  1. Warum anlegen?
  2. So funktioniert es
  3. Vorteile und Nachteile
  4. Den passenden Anbieter wählen
  5. So starten Sie
  6. Praxis-Tipps
  7. Häufige Fragen

Warum überhaupt anlegen?

Steigen die Preise, verliert Geld auf dem Konto an Kaufkraft. Wer dagegen über viele Jahre anlegt, kann Vermögen aufbauen, etwa für den Ruhestand, als Eigenkapital oder einfach für mehr Freiheit.

Früher hieß das: Produkte suchen, abwägen, selbst umschichten. Heute nimmt Ihnen ein Robo-Advisor das ab. Dafür stellt er ein breit gestreutes ETF-Depot zusammen, überwacht es und hält es auf Kurs.

So funktioniert ein Robo-Advisor

Sie beantworten Fragen zu Ziel, Anlagedauer und Risikobereitschaft. Daraus berechnet der Robo-Advisor eine Mischung, meist aus Aktien- und Anleihe-ETFs, und legt Ihr Geld entsprechend an.

  • Risikoprofil: von defensiv bis offensiv. Je mehr Aktien, desto stärker schwankt der Wert.
  • Streuung: viele Länder und Anlageklassen gleichen Einzelrisiken aus.
  • Rebalancing: weicht die Mischung ab, stellt er sie automatisch wieder her.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Kein Vorwissen nötig, wenig Aufwand
  • Breite Streuung und automatisches Umschichten
  • Sparplan schon mit kleinen Beträgen

Nachteile

  • Servicegebühr zusätzlich zu den ETF-Kosten
  • Wenig Einfluss auf die einzelnen ETFs
  • Kursverluste sind möglich, keine Garantie

Den passenden Robo-Advisor wählen

Kosten: Zählen Sie Servicegebühr und laufende Fondskosten zusammen. Manche Anbieter verlangen zusätzlich eine Gewinnbeteiligung, dazu kommen Handelskosten und Spreads beim Kauf und Verkauf. Am Ende zählt, was nach Kosten übrig bleibt. Wie stark Kosten über viele Jahre wirken, zeigt der Zinseszins-Rechner.

Anlagestil: Rein passiv, mit Zusatzstrategien oder mit Nachhaltigkeitsfilter? Frühere Ergebnisse helfen zwar beim Einordnen, sind aber keine Garantie.

Sicherheit: Der Anbieter braucht für die Vermögensverwaltung eine Erlaubnis der BaFin. Die ETF-Anteile liegen in einem Depot auf Ihren Namen bei einer Depotbank. Das Vermögen der Fonds selbst ist vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt und fällt bei ihrer Pleite nicht in die Insolvenzmasse. Vor Kursverlusten schützt das allerdings nicht.

Service: Wie gut ist die App, wie verständlich die Berichte, wie schnell der Support?

So starten Sie

  • Erst einen Notgroschen auf dem Tagesgeld anlegen
  • Online registrieren und identifizieren, zum Beispiel per Video-Ident
  • Ziel und Risikoprofil ehrlich festlegen
  • Mindestbetrag prüfen und einen Sparplan einrichten
  • Ein- bis zweimal im Jahr prüfen, ob Ziel und Profil noch passen

Praxis-Tipps

  • Langfristig denken: Nicht bei jedem Kursrutsch verkaufen.
  • Routine statt Aktionismus: Ein- bis zweimal im Jahr nachsehen reicht meist.
  • Kosten klein halten: Gebühren wirken über Jahre wie ein Bremsklotz.
  • Plan vor Gefühl: Entscheidungen am Ziel ausrichten, nicht an Schlagzeilen.
  • Lebensereignisse nutzen: Heirat, Kinder oder Jobwechsel sind gute Anlässe, die Strategie zu prüfen.

Häufige Fragen zum Robo-Advisor

Wie viel Geld brauche ich für den Start?

Das hängt zunächst vom Anbieter ab. Manche starten mit einem kleinen Sparplan, andere verlangen eine höhere Mindestanlage. Der Vergleich zeigt beides.

Kann ich jederzeit an mein Geld?

In der Regel ja, die ETFs werden bei Bedarf verkauft. Liegt der Kurs gerade niedrig, verkaufen Sie mit Verlust. Planen Sie deshalb einige Jahre ein.

Was passiert, wenn der Anbieter pleitegeht?

Die ETF-Anteile gehören Ihnen und liegen bei einer Depotbank. Sie fallen nicht in die Insolvenzmasse des Robo-Advisors und lassen sich auf ein anderes Depot übertragen. Nur Guthaben auf einem Verrechnungskonto ist Bankeinlage und über die Einlagensicherung geschützt.

Wie werden Gewinne besteuert?

Erträge aus Fonds unterliegen der Abgeltungsteuer (26,375 % mit Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer). Bei Aktien-ETFs, die mehr als die Hälfte in Aktien anlegen, sind 30 % der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds 15 %. Auch ohne Verkauf kann jährlich eine kleine Vorabpauschale anfallen. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Erträge bis 1.000 € im Jahr (Ehepaare 2.000 €) steuerfrei.

Fazit

Ein Robo-Advisor ist eine einfache Möglichkeit, langfristig und breit gestreut in ETFs anzulegen. Achten Sie auf die Gesamtkosten und wählen Sie ein Risiko, bei dem Sie auch in schwachen Börsenjahren ruhig bleiben.

S. Gorbatsch

Schreibt seit 2023 bei IhreZinsen.de über Sparen, Konten und Kredite. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Quellen

  1. Einkommensteuergesetz, § 20 Abs. 9 (Sparerpauschbetrag) und § 32d Abs. 1 (Abgeltungsteuer)
  2. Investmentsteuergesetz, § 18 (Vorabpauschale) und § 20 (Teilfreistellung)
  3. Kapitalanlagegesetzbuch, § 92 und § 99 Abs. 3 (Sondervermögen, nicht Teil der Insolvenzmasse; für deutsche Fonds, ETFs aus anderen EU-Ländern unterliegen gleichwertigen EU-Regeln)

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